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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Antichi Stati Italiani/Altitalien

Neapel – Trinacria

Sassone Nr. 15, sogenannte „Trinacria“

 


Flagge der Autonomen Region Sizilien
 

      Was verbirgt sich hinter dem Begriff Trinacria? „Trinacria“ ist ein alter Name für die Insel Sizilien; er hebt auf die dreieckige Form der Insel ab. Zur Erklärung: Die Trinacria ist eine Triskele mit einem Kopf in der Mitte. Falls Ihnen das jetzt nicht wirklich weiterhilft: Die Triskele ist ein seit keltischer Zeit verwendetes Symbol „in Form von drei radialsymmetrisch angeordneten Kreisbögen, offenen Spiralen, ineinander verschachtelten Dreiecken, Knotenmustern, menschlichen Beinen oder anderen Dreifach-Formen“ (→ Wikipedia; dort finden Sie auch erklärende Abbildungen). Die Trinacria ist Bestandteil der offiziellen Flagge Siziliens (s. Abb. links).

      Wie kommt das Symbol Siziliens auf eine neapolitanische Marke? Wie in der Einleitung zum Gebiet Neapel erklärt, war Neapel Hauptstadt des Königreich beider Sizilien, die Verwendung dieses Symbols also absolut gerechtfertigt.

      Wir sollten uns einmal das Markenbild der Ausgaben des Königreichs Neapel ab der Sassone Nr. 1 (von der Nr. 2 ist die Trinacria abgeleitet; dazu unten mehr) im Detail anschauen:

Sassone Nr. 2 Sassone Nr. 15 „Trinacria“
Die ungebrauchte Nr. 2 wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Hertsch, Firma → Zumstein.

      Das Markenbild zeigt
oben links: ein Pferd aus dem Wappen der Provinz (nicht der Stadt) Neapel,
oben rechts: die bereits diskutierte Trinacria für Sizilien und
unten: drei Lilien, die traditionell in allen Wappen der Bourbonen vorkommen, auch im Haus → Bourbon-Sizilien, dem der damalige „König beider Sizilien“, Franz II., angehörte.

      Eine Frage zur Zuordnung dieser Marke bleibt jetzt noch offen, und ich muss gestehen, dass ich sie auch (noch) nicht beantworten kann:
      Wenn die Trinacria nur ein Drittel des Markenbildes ausmacht, und wenn dieses Markenbild schon in der gesamten ersten Ausgabe verwendet wurde – wieso wird ausgerechnet diese Marke dann „Trinacria“ genannt?

      Kommen wir von ungelösten Fragen zu den bekannten Fakten zurück: Die am 6. November 1860 verausgabte Marke wurde von einem halben Druckbogen der ½ Grano gedruckt, also in Bögen zu 100 Marken (statt 200 wie die Ursprungsausgabe). Sie entspricht im Bild der Platte II der ersten Ausgabe und zeigt die entsprechenden Kennzeichen. (Dazu demnächst mehr auf der Seite über die erste Ausgabe, die derzeit vorbereitet wird.)
      Die entscheidende Änderung zur ersten Ausgabe ist neben dem Druck in Blau statt in Rottönen eine Anpassung im Markenbild: Die Währungsangabe „G“ (Grano) wurde in „T“ (Tornese) geändert.
      Der Sassone nennt exorbitante Preise für diese Marke; auch, wenn der im Heimatland erschienene Katalog das dort höhere Preisniveau widerspiegelt, bleibt eine Trinacria auch ausserhalb Italiens relativ teuer (vgl. Michel). Sie liegt aber durchaus noch in der Reichweite eines engagierten Altitalien-Sammlers, wenn man Geduld mitbringt (bei mir ca. 15 Jahre) und den Markt gut beobachtet. Dass sie zu den Marken gehört, die man nicht ohne Fotoattest kauft, versteht sich von selbst.


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Erste Veröffentlichung am 7. Oktober 2020, letzte Bearbeitung am 7. Oktober 2020.


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