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Klassische Philatelie und Postgeschichte – Niederlande

Klassische Ausgaben: Stempel

      Bereits 1661 wurde in Grossbritannien von dem Postmeister Bishop ein Datumsstempel eingeführt, um eine bessere Kontrolle über die Brief-Laufzeiten zu bekommen. Datumsstempel liessen in den Niederlanden etwas länger auf sich warten, aber dort gab es zu dieser Zeit eine andere interessante Innovation in Sachen Stempel: Die ersten Stempel aus dem Jahr 1667 gaben die Höhe des zu bezahlenden Portos in Stübern (niederländisch stuiver[s]) an. Dies war ungewöhnlich und fortschrittlich; postgeschichtlich interessierte Sammler kennen aus der Vormarkenzeit üblicherweise entsprechende handschriftliche Vermerke. Mit diesem Hinweis schliesse ich dann auch schon den Ausflug in die Vormarkenzeit; es ist nicht mein Gebiet, und mir fehlen sowohl Material wie Kenntnisse dazu.

      In der Markenzeit begegnen uns auf den ersten Ausgaben verschiedene Stempel (Übersicht bei Carsten); häufig sind die auch schon zum Ende der Vormarkenzeit verwendeten Halbrundstempel, bei denen sich mehrere Versionen unterscheiden lassen, in der Literatur als Typ A bis Typ C bezeichnet. Die Unterschiede sind leicht erkennbar: Typ A zeigt nur das Datum, Typ B und C nennen zusätzlich die Jahreszahl; B und C unterscheiden sich durch die Schriftart:

Halbrundstempel Typ A Halbrundstempel Typ B
Halbrundstempel Typ A
Serifenschrift
Alphen, 21. 9.
NVPH Nr. 2b, Platte I, Position 10
Halbrundstempel Typ B
Serifenschrift
Venlo, 28. 5. 1856
NVPH Nr. 2e, Platte III, Position 43
Halbrundstempel Typ C
Halbrundstempel Typ C
Serifenlose Schrift
Leiden, 29. 11. 1859
NVPH Nr. 2, Platte V, Position 49

      Ein Ausflug in die Typographie:
      Die niederländische Literatur nennt die auf den oben gezeigten Stempeln der Typen A und B verwendete Schriftart Egyptische letters. Diese Bezeichnung rührt daher, dass die verwendete Schrift, die zur Familie der serifenbetonten Antiqua-Schriften gehört, in der Typographie Egyptienne genannt wird. Auf Ihrem Rechner haben Sie aus dieser Schriftengruppe vielleicht Clarendon installiert.
      Die bei Typ C verwendete Schriftart wird im NVPH-Katalog als Grotesk bezeichnet. Diese Bezeichnung wurde (und wird in der professionellen Typographie) für die Familie der serifenlosen Linear-Antiqua verwendet; auf Ihrem Rechner haben Sie als bekannteste Beispiele sicher Arial und Helvetica im Schriftenverzeichnis.

      Sie finden in den Katalogen niederländischer Auktionshäuser häufig bei Stempeln eine ergänzende Notierung EY oder Ey. Diese bezieht sich auf die Übersicht Afstempelingen op de eerste emissie postzegels van Nederland 1852–1879 von van Humalda van Eysinga. Diese gibt es meines Wissens nicht als Separatdruck; sie erschien erstmals in der Ausgabe 2001 des NVPH-Spezialkatalogs. Eine aktualisierte Version gibt es im Specialiteitencatalogus 2006–2011; die Preisnotierungen dort liegen etwa um den Faktor drei bis fünf höher als in der fünf Jahre älteren, ersten Ausgabe.


Literatur:


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Erste Veröffentlichung am 7. Juni 2008, letzte Bearbeitung am 7. Juni 2008.


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